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25.08.2012 - 18. Senioren Leichtathletik-EM in Zittau

 

Oliver Sebrantke wird Doppel-Europameister

Zittau·Stuhr. Spätestens als die Musik erklang, war es um Oliver Sebrantke geschehen. "Ich habe ja schon einige Male ganz oben auf dem Treppchen gestanden, aber bei der Nationalhymne musste ich dann doch schlucken. Das war der emotional ergreifendste Moment, mir schlotterten die Knie", erzählt der Läufer des LC Hansa Stuhr.

Und das aus gutem Grund. Schließlich hatte der 36-Jährige nicht irgendein Rennen gewonnen, sondern sich den Marathon-Titel (M35) bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren in Zittau gesichert. "Ein Titel, an den ich nie gedacht hatte, ihn erreichen zu können", gesteht Sebrantke, "aber Überraschungssiege sind bekanntlich die schönsten". Und dabei blieb es nicht: Auch mit der Mannschaft gab es Gold, der Stuhrer darf sich somit gar Doppel-Europameister nennen.

Im Vorfeld der Veranstaltung am deutsch-polnisch-tschechischen Ländereck hatte nicht wirklich etwas auf den späteren Triumphzug hingedeutet. "Beim Blick auf die Meldeliste hatte ich mir einen Platz unter den ersten 20 ausgerechnet, aber im Nachhinein sieht es so aus, als hätten einige Starter ihre Wunschzeiten gemeldet", erläutert der neue Titelträger.

Auf der Strecke war von den vermuteten läuferischen Stärken der Konkurrenz jedenfalls nur wenig zu sehen. Allerdings war der Kurs, der durch alle drei Länder führte und sich als äußerst hügelig und anspruchsvoll entpuppte, auch nicht eben für Zeitenjagden prädestiniert. "Es herrschte zudem ein starker Wind, die Temperaturen lagen schon morgens beim Start über 20 Grad", berichtet Sebrantke, "alles also Bedingungen, die Marathonläufer nicht gerade lieben".

Daher passte es gut, dass ein EM-Marathon ohnehin nach allen Regeln der taktischen Kunst gelaufen wird. "Es geht weniger um die Gesamtplatzierung, viel wichtiger ist, dass man seine Altersklassenkonkurrenten im Blick hat", schildert der LC-Akteur. Anfangs habe das gegenseitige Beobachten zwar zu einem Bummeltempo geführt, im weiteren Verlauf habe sich Sebrantke mit einigen Kollegen aus anderen Klassen jedoch vom Hauptfeld absetzen und einem Spitzentrio nachgehen können.

Da dieses aber ebenfalls nicht aus M35-Läufern bestand, steuerte Oliver Sebrantke mit großen Schritten auf den Titel zu (2:37:33 Stunden). "Der letzte Kilometer wurde ein einziger Jubellauf", erinnert er sich, im Ziel wurde ordentlich gefeiert – auch weil der Kelch der Dopingkontrolle an ihm vorbeiging. "Nicht, dass ich etwas zu befürchten gehabt hätte, aber nach einem Rennen fehlt mir derart viel Flüssigkeit, dass der begleitende Offizielle lange am stillen Örtchen hätte warten müssen. In Zittau wären es wohl so um die fünf Stunden gewesen", meint Sebrantke lachend.

So gönnte sich der Doppel-Europameister erst einmal ein Bier und kostete seinen Erfolg vollstens aus. Eine Steigerung dürfte in Zukunft schwierig sein. "Das geht eigentlich nur noch bei den Weltmeisterschaften, aber da sind dann die Kenianer dabei. Und die sind eben doch noch einmal zehn bis 20 Minuten schneller."

Quelle: Weser-Kurier/Syker Kurier vom 28.08.2012 (Malte Bürger)

 
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