News - Archiv

12.07.2015 - DATEV Challenge Roth

 

Letztes Jahr war ich an dem Roth-Wochenende auf Familienbesuch bei meinem Bruder. Wir beschlossen spontan uns einen Eindruck von diesem Rennen zu verschaffen. Es war großartig. Die Entscheidung war gefallen. Ich würde 2015 in Roth starten... Gesagt - getan. Die Finger waren bei der Anmeldung verdammt flink. Ich hatte meinen Startplatz und ich hatte einen Plan. 10 Monate sollte die Vorbereitung dauern und jetzt Ende Juni enden. 10 Monate, die ich mit eiserner Disziplin durchzog!

Und Sonntag sollte mein Tag werden... Die zwei Wochen davor zeigte ich Nerven. Donnerstag früh ging es nach Raschbach zu Kay. Mein Bruder und seine Frau kümmerten sich liebevoll um mich, hatten sich vorher sogar ernsthaft schlau gemacht, mit was man mich vorm Wettkampf füttern darf. Abends lenkte mich mein lieber Radguide Pit auf der Erdinger Hüttengaudi ab. Ein Nordlicht im Dirndl - der Brüller des Abends...

Freitag Mittag kam dann endlich Christiane nach... Sehnsüchtig erwartet... Würde sie mir doch mit ihrer Erfahrung und Ausgeglichenheit die nötige Ruhe für die kommenden Tage geben. Und sie kümmerte sich wirklich großartig um mich.

Morgens 7:30Uhr war ich noch am Kanal in Hilpoltstein, zum Probeschwimmen. Wassertemperatur 23 Grad, Luft 10 Grad - echt jetzt??? Doch das Wetter zeigte sich gnädig. Schon Samstag krochen die Temperaturen auf 30 Grad, es sollte Sonntag auch so werden.

Samstag hieß es dann ausruhen, Füße hochlegen und die drei Starterbeutel sortieren und befüllen. Wir brachten nachmittags das Rad zur WZ1 am Kanal. Schon beim Anstehen zum Check-In hatte ich einen Kloß im Hals... Die üblichen Selbstzweifel waren wieder da, aber: Ich will das, ich kann das, ich schaff das!

Nach einer kurzen, aber ruhigen Nacht klingelte um drei der Wecker. Beim Frühstück hielt ich mich an Andreas' Tipps. Zwei Brötchen mit Marmelade, aber ich brauchte einen Kaffee dazu, sonst hätte ich wahrscheinlich nicht mal geradeaus laufen können. Vier Uhr - auf nach Hilpoltstein. Beim Betreten der WZ liebevoll von Felix (Walchshöfer) in Empfang genommen, der wusste, wie aufgeregt ich war, Elli vorbereitet und in Ruhe alle Laufwege abgeschritten. Ich war ruhig und vorbereitet. Mein Start um 6:40 Uhr konnte kommen.

Schwimmen war, na nennen wir es mal lustig, eindrucksvoll und am Ende etwas schmerzhaft. Lustig, weil vor mir zwei Damen schwammen, die recht kurvig unterwegs waren. Aufgrund der Enge im Getümmel hatte ich erstmal keine Chance vorbei zu kommen. Nach 1.440m an der ersten Wendeboje hatte ich dann aber die Faxen dicke und überschwamm die beiden. Der Weg war frei, doch hatte ich für meiner anvisierte 1:05 schon zu viel Zeit verloren. Ich schwamm weiter mein Tempo und war beeindruckt, als die ersten Männer (SUB 9) an mir vorbeiflogen.... Das Ende war etwas quälend. Ein stechender Schmerz in meiner linken Schulter machte sich bemerkbar, aber egal.

Die Helfer in den Wechselzonen sind der Hammer. Eine große, kräftige Dame packte beherzt an meinem Neo zu und riss ihn mir quasi runter. Ich schaffte es grade so, meine Radhose anzuziehen, da machte sie mir mein Startnummernband um, klatschte mir eins auf den Hintern und sagte fröhlich: "So Mädel, nu kannst du los!".

Rauf auf Elli und 180 Radkilometer wollten in Angriff genommen werden. Magenkrämpfe machten mir auf den ersten 60 km zu schaffen. Ich hatte gesehen, dass an den Penalty- Boxen Klos standen, also entschied ich mich spontan für einen Boxenstopp. Schon im heranfahren brüllte ich die beiden Kampfrichter dort an "Ich hab keine Strafe, ich will nur euer Klo!" Die Herren lachten sich kaputt. Einer hielt mein Rad, der andere hielt mir ernsthaft die Tür zum Dixi auf Kurz danach kam der Solarer Berg. Nichts kann einen darauf vorbereiten, was einen hier erwartet. Mein größter Knackpunkt, denn ich hatte Angst vor großen Menschenmassen und Enge... Doch das hier war zum genießen!!! Und ich hatte richtig Spaß den Berg hoch zu fahren... Dieses Hochgefühl trug durch die zweite Runde... Der Wind hatte ordentlich zugelegt und fegte in kräftigen Böen von der Seite ins Rad. Ich sah viele Stürze und platte Reifen und schraubte einen Gang zurück. Meine Lieblingsdisziplin kam ja noch! Ich hatte übrigens morgens spontan beschlossen auf das ganze Gedöns am Rad zu verzichten und nur zwei Radflaschen und meine Powerbar-Riegel mitzunehmen. Ich hatte ja schließlich im Kraichgau während des Wettkampfs geübt, wie man Flaschen annimmt;-) Am Ende der Radstrecke warteten in der WZ2 in Roth wieder fantastische Helfer, die mir meine Elli abnahmen. Mir wurde wieder beim Umziehen geholfen, ich bekam eine Ladung Sonnencreme auf Arme und Beine und los gings! Der Marathon wartete. Laut Plan war ich noch genau vier Stunden von meinem Ziel entfernt.

Diese Marathonstrecke ist anscheinend nicht leicht. Ich sah viele gehen, Krämpfe ausdehnen oder einfach nur verzweifeln. Geht die Strecke doch stumpf und staubig am Kanal auf und ab und ist ziemlich eng. Mir machte das nichts aus. Die Jukebox lief im Kopf, ich war im Rennen und überholte einen Athleten nach dem anderen. Am Wendepunkt in Schwand verteilten sie sogar Kühlpacks, war es doch mit 32 Grad und kein bisschen Wind unten am Kanal recht kuschelig.... Bei KM 32 kam bei mir ein kleiner Tiefpunkt (der erste an diesem Tag!). Ich wusste, wenn ich mir jetzt noch ein Gel einflöße, wird mir richtig schlecht. Also an der Verpflegungsstelle angehalten, ein Becher Iso getrunken, Salz genommen und dann den Kopf ausgeschaltet und die letzten 10 km stumpf durchgelaufen....

Der Zieleinlauf ist der Hammer. Ich konnte es kaum glauben, als ich die ersten Schritte auf dem wunderschönen roten Teppich lief. Ich hatte es tatsächlich geschafft! Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen, freute mich diebisch und sprang mit einem Mörder-Schrei der Erleichterung über die Ziellinie. Liebevoll empfangen von einem Felix, der sich riesig mit mir freute und mir das Versprechen abnahm, wieder zu kommen, von einer Christiane, die übers ganze Gesicht strahlte und von einem Pit, der völlig aus dem Häuschen war. Ich hatte es geschafft, noch dazu in einer Wahnsinnszeit. Und der Marathon war mit 4:01 eine Punktlandung.(Sabrina)

 

 

Platz gesamt Name AK Platz AK DM-Platz AK 3,8km swim 180km bike 42,2km run Zeit
117 Evers, Sabrina W 35 30 16 01:11:59 06:19:42 04:01:58 11:41:00










Ergebnisse






 

 

http://www.weser-kurier.de/region/lokalsport/regionale-rundschau-syker-kurier-lokalsport_artikel,-Ehlers-und-Kuchinke-holen-DM-Silber-_arid,1167996.html

 

Zurück

Sponsoren

















Inhaltsaufrufe: 3054606
Tri-Wölfe - die Triathlonabteilung des LC Hansa Stuhr