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18.06.2017 - Ironman 70.3 EM in Helsingör


(c) finisherpix.com

 

Ich hatte mich in 2016 früh für die IM 70.3 EM. Angegeben waren damals die Strecken vom Vorjahr: Ein Zwei-Runden-Schwimmkurs in der Ostsee, ich sah vor allem das kalte Wasser und die Wellen als Gegner, sowie eine technisch einfache Zwei-Runden-Radstrecke. Doch aufgrund der EM wurden die Strecken geändert. Der Schwimmkurs glich nun einem Irrgarten kreuz und quer durchs Hafenbecken. Der Radkurs führte jetzt über nur eine Runde mit einem 30 km Technikteil in der Mitte: winkelig, hügelig, etliche turn arounds. Auch die 6-km- Laufrunde bot viel Abwechslung: Kopfsteinpflaster, unbefestigte Wege, gar keine Wege, alles im Zentrum von "Elsinore" und rund um "Kronborg Castle".
Die Vorbereitung auf die Saison hatte sich für mich unerwartet schwierig gestaltet. Der Autounfall hatte mich die ersten beiden geplanten Wettkämpfe gekostet. Und irgendwie kam immer wieder was Neues dazwischen. Ich jammerte vor mich hin und traf wenig motiviert die Reisevorbereitungen, und eben dabei überraschte mich unser Schwimmtrainer Axel. Gewohnt optimistisch hatte er für die Situation genau drei Worte übrig: "Vertraue Deinen Möglichkeiten!"
Sonntagmorgen ab 8 Uhr dann der "Rolling Start" von 2500 Athleten vom Pier aus per Sprung ins kalte Wasser. Die Skandinavier kannten das, viele trugen unter der farbigen Badekappe noch eine Neoprenkappe. Für mich waren
beim Schwimmen überraschend nicht die 15 Grad Wassertemperatur oder meine technischen Defizite das größte Problem. Mir fehlte schlichtweg die Orientierung. Immer wieder stop und gucken, wo es langgehen könnte, so ging es vielen. Jürgen beobachtete vom Ufer aus, dass per Jetski immer wieder Schwimmer an Land gezogen wurden, warum auch immer...
Der Wechsel zum Rad war mit einem langen Laufweg verbunden. Immerhin hatte ich keine Probleme, mein Rad zu finden. Als AWA-Athlet bekam ich einen feinen Platz in der Nähe der Profi-Räder. Was beim Einchecken aufgefallen war: Natürlich habe auch ich ein schönes Rad, aber das unterschied sich doch erheblich von dem Material drumherum, weil nix high tech, nix Hochfelgen, nix electronic, und außer mir hatte auch niemand eine Luftpumpe am Rad. Egal. Auf dem Weg zum Rad verlor ich in der Hektik meine komplette "feste" Verpflegung. Wer schon mit mir geradelt ist, weiß, dass ich ziemlich genau nach 30 km den ersten Riegel auspacke. Nun also doch alle "aid stations" ansteuern.
Der zweite Wechsel fiel erwartet schwer. Also einfach langsam weiterlaufen. Jürgen rief mir zu: "Platz fünf, zwei Minuten Rückstand auf Platz vier." Ich dachte, Fünfte von 20, das ist doch ok. Mittlerweile waren es 25 Grad, kein Wölkchen am Himmel. An
den Verpflegungsstellen genoss ich die angebotenen Gartenschlauchduschen. Bei km 16 sorgte der beste aller Supporter nach Blick auf den Livetracker für eine Wende im Rennen. "Noch 40 bzw. 45 Sekunden zu Platz drei!" hörte ich. Da kamen mir Axels Worte wieder in den Sinn: Vertraue Deinen Möglichkeiten! Also einen Zahn zugelegt, den Rückstand in einen deutliche Vorsprung verwandelt und glücklich als Dritte ins Ziel.
Das Rennen und das ganze "Drumherum" waren ein Abenteuer. Ich freue mich mächtig über den Ausgang und bin gespannt, was die Saison jetzt noch bringt....
(Christiane)

 

 

Platz Name AK Platz AK 1,9 km swim T 1 90 km bike T 2 21.1 km run Zeit
142 Golenia, Christiane W 55 3 00:41:44 00:07:38 02:47:19 00:01:59 01:55:32 05:34:11











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