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22.03.2020 - Nur ein kurzer Mallorca-Ausflug

 

Nur ein kurzer Mallorca-Ausflug

Trainingscamp wird abgebrochen

Mallorca/Spanien. Ein kurzweiliges Intermezzo auf der spanischen Insel: Triathletin Christiane Golenia war mit zahlreichen anderen Sportlern im Trainingscamp auf Mallorca. Dieses wurde aufgrund des Coronavirus abgebrochen. Ein Erlebnisbericht.

Unser Trainingscamp auf Mallorca in Colonia de Sant Jordi mussten wir - das sind 24 Athleten aus ganz Deutschland - abrupt abbrechen. Ab vergangenen Sonntag galt die Ausgangssperre, nachdem am Samstag noch sage und schreibe 9000 Touristen auf die Insel eingeflogen worden waren. Unser Hotel wurde auf Einhaltung der Ausgangssperre ständig von den spanischen Polzeiorganisationen kontrolliert. Wir saßen im Hotel eng beisammen, ebenso in den Sonderflügen, mit denen die meisten von uns am Dienstag heimkamen. Viele von uns sind jetzt für 14 Tage nicht am Arbeitsplatz, arbeiten von zuhause aus oder sind zunächst einmal freigestellt.

Wir haben auf Mallorca für eine Woche in unserer kleinen heilen Trainingswelt gelebt, Nachrichten aus Deutschland gehört, alles weit weg von uns. Die anfänglich törichten Sprüche über die Lage in Deutschland sind schnell verstummt. Mittlerweile hat auch der Letzte kapiert, wie ernst es ist. Wir sind alle weiter über Whatsapp miteinander verbunden, tauschen uns über unsere Aktivitäten aus, hoffen, dass keiner am Coronavirus erkrankt.

Und trainieren natürlich weiter! Wobei Training im Sinne von sich Vorbereiten auf ein bestimmtes Saisonziel vielleicht übertrieben ist. Viele sind sich bereits sicher , dass ihr Hauptwettkampf, wenn überhaupt, zumindest zum vorgesehenen Termin nicht stattfinden wird. Das kann vielleicht ein kleines Motivationstief mit sich bringen, ist aber kein Grund, sich statt aufs Rennrad nun aufs Sofa zu setzen und Trübsal zu blasen. Schließlich betreiben wir den Sport unabhängig von Wettkämpfen, weil wir Spaß dran haben, weil er gesund ist und für uns ein Stück Lebensqualität bedeutet. Die von der Bundesregierung beschlossene Ausgangsregelung mit maximal zwei Personen trifft uns Triathleten weniger hart. Wir sind es gewohnt, auch allein unterwegs zu sein. Ich habe jüngst bei meiner Ausfahrt trotz des eiskalten kräftigen Ostwindes sehr viele Rennradler getroffen. Alle allein unterwegs, alle mit einem freundlichen Lächeln oder Gruß. Wie schön! Daneben nutzen viele Tri-Wölfe den Rollentrainer, zwiften und können so zumindest virtuell mit anderen gemeinsam unterwegs sein.

Allein auf das Schwimmtraining müssen wir verzichten. Zugseiltraining wäre eine Alternative, dafür muss man sich begeistern können. Wir alle sind besorgt um unsere Familien und Freunde. Da tut es einfach gut, sich mal für eine Stunde draußen an der frischen Luft zu bewegen.

Quelle: Weser–Kurier / Regionale Rundschau vom 24.03.2020

 

 

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